Ort: Berliner Geschichtswerkstatt, Goltzstraße 49, 10781 Berlin-Schöneberg
Vortrag von Dr. Henning Fischer, Universität Leipzig
Moderation: Peter Lassau, Berliner Geschichtswerkstatt e. V.
eine Veranstaltung im Rahmen der Aktion „Tag der Demokratiegeschichte 2026“

Berlin stand wie keine andere Stadt im Brennpunkt des Kalten Krieges, nirgendwo waren Einheit, Spaltung und Konflikt so verbunden wie hier. Auch die Berliner Gewerkschaften befanden sich zwischen 1945 und 1971 in einer einzigartigen Situation: Wie wurden sie in West- und Ost-Berlin von den Zäsuren der Nachkriegszeit, des Mauerbaus und des Beginns der Entspannungspolitik beeinflusst?

Geschäftsbericht des (noch nicht gespaltenen) FDGB Groß-Berlin 1946, Archiv Henning Fischer
Die Geschichte der Berliner Gewerkschaften ist erstaunlicherweise wenig erforscht, dabei spielte sie sich auf dramatische Weise mitten im Kalten Krieg ab. Insbesondere in der Phase von der Nachkriegszeit bis zum 17. Juni 1953 gibt es auf allen Ebenen einer Gewerkschaftsbewegung, vom Betrieb bis zum Vorstand, viel zu entdecken.
Henning Fischer (Universität Leipzig) wird aus seinem laufenden Forschungsprojekt dieses Geschehen mit Schlaglichtern auf die Neugründung der Gewerkschaften 1945, die Spaltung des Freien Deutschen Gewerkschaftsbunds (FDGB) Groß-Berlin 1948 und den 17. Juni 1953 beleuchten. Im Fokus stehen dabei die Gewerkschaftsstrukturen in Betrieb und Bezirk, sowie die verschiedenen Formen, die die Interessenvertretung der Lohnarbeitenden annahm: Von Wiederaufbau und Demokratisierung 1945 über die Parteinahme in der globalen Systemkonfrontation 1948 bis zur Rolle des FDGB Berlin gegenüber der Arbeiter*innenbewegung im Juni 1953.
Eine Anmeldung für diese Veranstaltung ist nicht notwendig.

