Informationen zur Entschädigung für NS-ZwangsarbeiterInnen |
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Übersicht
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Als lokalgeschichtliche Forschungsgruppe und ehrenamtlich arbeitender
Verein kann die Berliner Geschichtswerkstatt bei individuellen Anfragen,
speziell zu juristischen Aspekten der Entschädigungsfrage, in der Regel nicht
weiter helfen. Bitte wenden Sie sich für eine solche aktuelle Beratung an
eine der hier aufgeführten Organisationen, Stiftungen oder Initiativen. Sie
können teilweise auch Kontakte zu ZeitzeugInnen herstellen.
Angesichts der mangelnden
Öffentlichkeitsarbeit der offiziellen Stellen hatte die Berliner
Geschichtswerkstatt bislang Detailinformationen und Merkblätter für Antragsteller in verschiedenen
Sprachen auf ihrer Seite angeboten. Seit Ende Juli 2001 hat die am 12. August
2000 gegründete Stiftung "Erinnerung,
Verantwortung, Zukunft" endlich eine Internetseite (www.stiftung-evz.de),
auf der diese Informationen - hoffentlich stets aktuell - abzurufen sind.
Ausführliche
Informationen zum Nachweisverfahren speziell in Berlin finden sich auf der
Seite der Berliner Koordinierungsstelle:
http://www.berlin.de/labo/entschaedigungsbehoerde/dienstleistungen/kst.html
Ferner verweisen wir auf
die unten genannten Adressen der Partnerorganisationen und Opferverbänden im
Ausland, der Stiftungsinitaitve der Wirtschaft sowie von privaten Initiativen in Deutschland, insbesondere des Bundesverbandes für Information und
Beratung für NS-Verfolgte BVNSV, Köln.
Lothar Evers vom Bundesverband hat Ende Juni 2001 eine präzise Zwischenbilanz
des Entschädigungsverfahrens gezogen. Außerdem empfehlen wir die Broschüre:
Fings, Karola: Begegnungen am Tatort. Besuchsprogramme mit
ehemaligen ZwangsarbeiterInnen, Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen.
Ein Leitfaden. Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, 1998.
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Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft"
Markgrafenstraße 12-14
10969 Berlin
Tel. 030 25 92 97 0
Fax: 030 25 92 97 39
e-Mail: info@www.stiftung-evz.de
Internet: www.stiftung-evz.de
Am 12. August 2000
wurde durch Gesetz die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" gegründet, die
ehemaligen Zwangsarbeitern und
anderen NS-Opfern unbürokratisch und schnell Hilfe leisten sollte.
Das Gesetz sieht vor, daß die Bearbeitung der Anträge und die Auszahlung der Gelder durch
Partnerorganisationen in Polen, der
Tschechischen Republik, Weißrussland, der Ukraine und Russland erfolgen. Als weitere Organisationen werden die Jewish Claims
Conference (JCC) und die Internationale Organisation für Migration (IOM) für Opfer in allen übrigen Ländern zuständig sein. Die
Antragsfrist endet am 31. Dezember 2001.
Antragsteller müssen ihre Leistungsberechtigung durch Unterlagen
nachweisen, wobei die zuständigen Partnerorganisationen bei der Suche nach Unterlagen behilflich
sein sollen. Die deutsche Stiftung EVZ übernimmt Koordinierungs- und
Kontrollfunktionen.
Ein Teil der Stiftung soll Zukunftsaufgaben gewidmet sein, die die Erinnerung an den Holocaust und das weitere NS-Unrecht wach
halten, und helfen sollen, durch Förderung von Information und Begegnung eine erneute Bedrohung durch totalitäre Systeme zu
vermeiden.
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Die meisten Opferverbände ehemaliger Zwangsarbeiter sind national
organisiert und mehr oder weniger stark regional untergliedert. Teilweise gibt
es auch verschiedene Verbände, die sich nach Opferstatus (Kriegsgefangene,
ZivilarbeiterInnen, politischer Häftlinge) oder politischer Orientierung
unterscheiden und nciht immer gut miteinander kooperieren. Nationsübergreifend
arbeiten am stärksten die Überlebenden der Konzentrationslager, die nach 1945 „Lagergemeinschaften“
und "Internationale Komitees" gebildet haben, die sich unter anderem für den Aufbau von Gedenkstätten
an den Orten der ehemaligen Konzentrationslager engagierten. Die Adressen können
über die Gedenkstätten erfragt werden (Übersicht im Gedenkstättenforum
der Topographie des Terrors)..
Belgien
Fédération Nationale des Travailleurs déportés
et rétractaires asbl.
val. Seigneurs 6 b 10, 1150 Brüssel
Tel. 0032-2-7728575, Fax 0032-2-7720514
Frankreich
Fondation pour la mémoire de la déportation
71, rue Saint-Dominique, 75007 Paris
Tel. 0033-1-47053188, Fax 0033-1-44423562
Einige Verfolgtenorganisationen aus Frankreich
sind mit Adressen aufgelistet in: Direction des Archives de France (Hg.),
La Seconde Guerre Mondiale. Guide des sources conservées en France
1939-1945, Paris 1994, S.1131-32. Über die „Fondation“ können
gezielt Adressen erfragt werden.
Italien
Associazione Nazionale Ex Internati nei Lager nazisti
clo Dr. Nicola Della Santa, Via Brunetto Latini 11, Florenz 50533
Tel.0039-55-583635
Luxemburg
Ligue Luxembourgeoise des Prisonniers et Deportés Politiques (L.P.P.D.)
Comité Central, Boîte postale 1424,1014 Luxembourg
Tel. 00352-478-2281
Niederlande
Vereniging Ex-Dwangarbeiders Nederland Tweede Wereldoorlog
Jasmijnlaan 71, 7101 ZG Winterswijk
Tel. + Fax 0031-5430-530434
Stichting Burger-Oorlogsgetroffenen
Kerklaan 25
7311 AB Apeldoorn
Tel.: 055 - 522 00 88
Fax: 055 - 522 42 49
Polen
Stowarzyszenie Polakow Poszkodowanych przez III Rzesze
Dr. Karol Gawlowski, ul. Turecka 3, 00-745 Warszawa
Tel.+ Fax 0048-22-413591
Russland
"Memorial"
103051, Russia, Moscow,
Maly Karetnyi Pereulok 12.
Tel. Reception +7-095-299-1180
Tel. Human Rights Center +7-095-200-6506
Tel. Scientific Information Center +7-095-209-7883
Fax +7-095-973 20 94
E-mail: meminf@glasnet.ru
http://www.memo.ru/eng/index.htm
Memorial ist eine Menschenrechtsorganisation,
die 1988 unter dem Vorsitz von Andrej Sacharow gegründet wurde. Vorrangiges
Ziel ist die Bearbeitung der Geschichte der Repression in der Sowjetunion.
Es wurden ein Museum, ein Archiv, eine Bibliothek, ein wissenschaftliches
Informationszentrum sowie ein Menschenrechts- und ein Sozialfürsorge-Zentrum
aufgebaut. Ein Projekt von „Memorial“ ist die Erforschung der Geschichte
der ehemaligen Zwangsarbeiterinnen als ,Opfer zweier Diktaturen‘. In Zusammenarbeit
mit der Heinrich-Böll-Stiftung wurde eine Datenbank mit über
400.000 Adressen angelegt, die auch nach Städten ausgewertet werden
kann. Beispiele für vorhandene Adressen ehemaliger Zwangsarbeiterlnnen:
für Berlin 11.129, Bochum 777, Dresden 3.466, Kassel 1.366, Oldenburg
530, Freiburg 285, Weimar 139, Zwickau 162. Anfragen an Memorial können
auch über die Heinrich-Böll-Stiftung erfolgen.
Sankt Petersburger regionale Gesellschaftliche Gemeinschaft der
Veteranen und Ehemaligen Häftlinge faschistischer Konzentrationslager
und Gestapogefängnisse e.V.
c/o Memorial St. Petersburg, Rasjeszaja 9, 198005 St. Petersburg
Tel. + Fax 007-812-1106519
Der am 23. November 1994 mit Unterstützung
von Memorial in St. Petersburg gegründete Verband ist die bislang einzige Interessenvertretung für ehemalige ZwangsarbeiterInnen in
Russland. Nach Schätzungen des Verbandes leben allein im Stadtgebiet
von St. Petersburg über 1.000 ehemalige ‚Ostarbeiter‘.
Tschechien
Tschechischer Verband ehemaliger Zwangsarbeiter
Svaz Nucene Nasazenych Obcanú za 2. Svetove Valky
U Královské louky 5
15000 Praha 5 - Smichov
Czech Republic
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Pressesprecher: Wolfgang G. Gibowski
Haus der Deutschen Wirtschaft
Breite Str. 29
10493 Berlin
Tel.: 030 - 206 092 00
Fax: 030 - 206 09103-106
http://www.stiftungsinitiative.de/
Die Stiftungsinitiative der Deutschen Wirtschaft ist ein Zusammenschluss
von 16 exportorientierten Großunternehmen, die von Zwangsarbeiterklagen in
den USA betroffen waren. Inzwischen sind 6.465 - von 200 000 angefragten
- Unternehmen beigetreten. Auf der Internetseite der Stiftungsinitiative ist
eine Liste der Firmen einzusehen. Von den 100 umsatzstärksten Industrieunternehmen, die gut die Hälfte des deutschen Industrieumsatzes repräsentieren, sind 97
dabei. Sie bringen knapp 50 Prozent des Stiftungsvolumens auf die Waage.
Die Initiative hatte sich nach zähem Feilschen und auf kombiniertem Druck
von Justiz und Öffentlichkeit verpflichtet, mit Feststellung der
Rechtssicherheit durch den Bundestag am 30.05.2001 fünf Milliarden Mark plus
Zinsen an die Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft zu überweisen.
Bislang ist dies aber noch nicht vollständig erfolgt.
Über das Kuratorium der Stiftung und auf informellen Wegen übt die
Stiftungsinitiative erheblichen Einfluss auf die Gestaltung des
Entschädigungsverfahrens und des Zukunftsfonds aus.
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Initiativen in der Bundesrepublik Deutschland
Bundesverband
für Information und Beratung für NS-Verfolgte e.V. (BVNSV, http://www.nsberatung.de/)
Holweider Str. 13-15, 51065 Köln
Tel. 0221-1792940, Fax 0221-17929429
E-Mail: info@nsberatung.de
Der Bundesverband entstand 1990 als Zusammenschluss
von (NS-Verfolgten-)Organisationen und engagierten Einzelpersonen mit Sitz
in Köln. Er berät und informiert NS-Verfolgte aus allen Verfolgtengruppen
über Rentenansprüche, Antragsmöglichkeiten bei Härtefonds
für NS-Verfolgte auf Bundes- und Länderebene sowie über
Verschlimmerungsanträge bei BezieherInnen von Renten nach dem Bundesentschädigungsgesetz.
Darüber hinaus tritt er durch politische und Öffentlichkeitsarbeit
für die Anerkennung und Entschädigung aller NS-Verfolgten ein.
www.zwangsarbeit-forschung.de
Der Berliner Historiker Dr. Bernhard Bremberger listet u.a. Lagerstandorte
verschiedener Berliner Bezirke auf und berichtet über Forschungen in
Standesämtern. Ein Ausbau der Seite zu einer Forschungs-Plattform ist geplant.
Er betreibt die Mailing-Liste
"ns-zwangsarbeit", in der sich ForscherInnen, ArchivarInnen und
Engagierte austauschen.
Interessensgemeinschaft der ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter unter dem NS-Regime
Die Interessengemeinschaft ehemaliger Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter unter dem NS-Regime wurde 1986 von Alfred Hausser - selbst ehemaliger Zwangsarbeiter, inzwischen 89 Jahre alt und seit Anfang an Sprecher unserer Interessengemeinschaft - gemeinsam mit anderen Antifaschistinnen und Antifaschisten zusammen ins Leben gerufen.
Mit Öffentlichkeitsarbeit, Beratung und Information für Überlebende, für deren Organisationen und für
andere Initiativgruppen (wir beantworten Anfragen, schalten Archive und staatliche Stellen ein, veröffentlichen Informationen im Internet) wollen wir dazu beitragen, daß Anträge auf Entschädigung nach Beginn der Auszahlung schnell bearbeitet und daß gesuchte Dokumente zum Nachweis geleisteter Zwangsarbeit bei Firmen und in Archiven gefunden werden.
www.ns-zwangsarbeiterlohn.de
Unter dieser Adresse hat der Bremer Politikwissenschaftler Klaus von
Münchhausen eine ausführliche Dokumentation zum Thema ins Netz gestellt.
American
Jewish Committee
Listen von Firmen, die Zwangsarbeiter beschäftigten
Historisches
Zentrum Hagen
Weniger zur Entschädigung, aber Firmenlisten und andere Infos zum Thema
"Arbeiten für die Kriegsrüstung im Zweiten Weltkrieg. Zwangsarbeit in Hagen 1939 - 1945".
Ausführliche Linksammlungen.
http://www.zwangsarbeiter-schleswig-holstein.de/
Zur Geschichte der Zwangsarbeit (1939 - 1945) in den Kreisen und kreisfreien Städten Schleswig-Holsteins
Bearbeitet von der Forschungsgruppe "Zwangsarbeit in Schleswig-Holstein" (FGZSH)
http://www.holocaust-education.de
http://www.projekt-zwangsarbeit.de/
Marburger Projekt zur Geschichte der Zwangsarbeit in
Diakonie und Kirche, 1939-1945
Fachbereich Ev. Theologie der Philipps-Universität Marburg
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