
Das Barackengelände, 1995.
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Mitten in Berlin wurde 1993 etwas entdeckt: das letzte Berliner
Zwangsarbeiterlager. Zwischen den Mietskasernen des Ostberliner Arbeiterviertels
Niederschöneweide erstreckt sich ein Gelände aus dreizehn symmetrisch
angelegten Steinbaracken, das seit Jahrzehnten von verschiedenen kleinen
Werkstätten, Autohändlern, Kindergärten, einer Sauna, einer
Kegelbahn und einem medizinischen Forschungsinstitut (heute
Robert-Koch-Institut) genutzt wird. An
den ursprünglichen Zweck des Barackenkomplexes erinnerte sich bis
zur Wende – zumindest öffentlich – niemand.
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Erst im Zusammenhang mit
Abriss- und Sanierungsplänen begannen ArchitektInnen und HistorikerInnen
der Planergemeinschaft Durbach/Kohlbrenner 1993 mit der Spurensuche. Gebaut ab 1943 vom Generalbauinspektor, der Behörde
Albert Speers, für über 2000 ausländische Arbeitskräfte,
ist das Barackengelände in Treptow heute das letzte noch als Gesamtkomplex
erhaltene von einst fast 1000 Lagern in Berlin. In der Reichshauptstadt
und Rüstungsschmiede lebten während des Zweiten Weltkriegs zeitweise
bis zu 400 000 ZwangsarbeiterInnen.
Seit 1994 streitet die Projektgruppe „Zwangsarbeit im Nationalsozialismus“
der Berliner Geschichtswerkstatt mit detaillierten Forschungen, Rundgängen
sowie Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit für den Erhalt der Baracken und ihre
Nutzung als historische Bildungs- und Gedenkstätte.
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