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Geschichte begreifbar machen 
Begegnung zwischen ehemaligen polnischen ZwangsarbeiterInnen und Berliner Jugendlichen in Lodz vom 12.4.-16.4.2003

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In Zusammenarbeit mit dem Bund der Antifaschisten Treptow e.V. und dem Archenhold-Gymnasium Berlin-Niederschöneweide hat die Berliner Geschichtswerkstatt vom 12.-16.04.2003 eine Begegnungsfahrt nach Lodz/Polen durchgeführt. 

Das Besondere an dieser Begegnungsfahrt war, dass die Geschichtswerkstatt sechs Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums eingeladen hatte, welche seit Oktober 2002 eine Arbeitsgemeinschaft zum Thema "Zwangsarbeit während der NS-Zeit" gegründet haben. Die Jugendlichen interessieren sich auch gerade deswegen dafür, da sich das ehemalige, teilweise noch erhalten gebliebene Zwangsarbeiterlager in Schöneweide direkt gegenüber ihrer Schule befindet.

 

Maria und Josefine, zwei der Schülerinnen, haben am Mahnmal in Radogoszcz Blumen niedergelegt

    

13.04.03 - Stadtbesichtigung

Am zweiten Tag unserer Fahrt haben wir zur Einführung in das Thema der Zwangsarbeit eine Stadtrundfahrt durchgeführt. Der Schwerpunkt lag bei der Fahrt darin, die Orte der Deportationen, Rassen- und Durchgangslager aufzusuchen, damit die Jugendlichen die Topographie der Tatorte überblicken konnten. So haben wir das ehemalige erweiterte Polizei-Gefängnis Radogoszcz besucht und dort eine Führung durch das Museum gemacht. Ausserdem besichtigten wir einen der grössten jüdischen Friedhöfe Europas.
Maria und Josefine, zwei der Schülerinnen, haben am Mahnmal in Radogoszcz Blumen niedergelegt  

14.04.03 - Begegnungstag mit den ehemaligen polnischen ZwangsarbeiterInnen

Herr Zajaczkowski, ein ehemaliger Zwangsarbeiter und Mitorganisator unserer Begegnung, hatte zehn ehemalige Zwangsarbeiterinnen eingeladen, um an den Gesprächen mit uns teilzunehmen. 

Drei der ehemaligen ZwangsarbeiterInnen, v.l. Herr Zajaczkowski
Drei der ehemaligen ZwangsarbeiterInnen, v.l. Herr Zajaczkowski

Sie sind Mitglieder in dem Verein von der Zwangsarbeit AEG/Telefunken. Zudem wurde Maria Andrzejewska persönlich eingeladen. Sie war nicht als Zwangsarbeiterin bei AEG/Telefunken eingesetzt, sondern durchlief ein anderes Schicksal, sie war auch in dem Frauengefängnis Fehrbellin. Des weiteren hat Barbara Paciorkiewicz die Einladung angenommen: sie ist die Leiterin des Vereins "Polnischer Kinder als Opfer des NS-Regimes" und war zum ersten Mal bei einer deutsch-polnischen Begegnung dabei. 

Die Begegnung fand in zwei Teilen statt: der erste bestand aus einer offiziellen und traditionellen Begrüssungsrunde, im zweiten Teil wurden drei Gesprächsrunden gebildet, um mit den Frauen persönlich ins Gespräch zu kommen.
Übergabe der Gastgeschenke
Übergabe der Gastgeschenke
Eine der Gesprächsrunden am Tag der Begegnung Bei den Gesprächsrunden waren jeweils drei bis vier ehemaligen Zwangsarbeiterinnen beteiligt, des weiteren zwei deutsche und zwei polnische Jugendliche und ein/e DolmetscherIn, der/die gleichzeitig als GesprächleiterIn fungierte. Die Frauen brachten Dokumente und Fotos mit. Die Jugendlichen stellten Fragen zu der Zeit in Lodz während der Besatzungszeit und der Zeit der Zwangsarbeit in Deutschland und machten sich zahlreiche Notizen.
Eine der Gesprächsrunden am Tag der Begegnung

15.04.03 - Besuch des polnische Gymnasiums - Kino: "Der Pianist" von R. Polanski

Um 10:30 trafen wir uns mit polnischen SchülerInnen in ihrer Schule, um gemeinsam Gespräche über die Zeit des Nationalsozialismus zu führen. In einer Schulklasse wurden, nachdem wir von der Direktorin und der Deutschlehrerin begrüsst wurden, zwei Gruppen gebildet. Zur Diskussion standen die Familiengeschichten der Eltern und Grosseltern und die Frage nach der Auseinandersetzung, die in Deutschland und Polen über die Zeit zwischen 1939 und 1945 geführt wurde und wird.
Im Anschluss an den Schulbesuch konnte jedes Gruppenmitglied auf individuelle Spurensuche gehen. 
Am Nachmittag trafen wir uns dann noch einmal mit den polnischen Jugendlichen, um uns gemeinsam den Kinofilm "Der Pianist" anzuschauen, ein Film über den Pianisten Spielmann, der über Irrwege die Zeit des Krieges in Warschau überlebte.

Die polnischen und deutschen Jugendlichen vor der Unterkunft im evangelischen Gemeindehaus
Die polnischen und deutschen Jugendlichen vor der Unterkunft im evangelischen Gemeindehaus 

16.04.03 - Rückfahrt

Am Morgen des letzten Tages hatten wir die Gelegenheit, eine Führung in unserer evangelischen Kirche - dessen Gemeindehaus war unsere Unterkunft - mitzumachen. Nach einem letzten gemeinsamen Mittagsessen machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof Kaliska.

Dokumentation:

Berliner Geschichtswerkstatt (Hg.), Geschichte begreifbar machen. Begegnung zwischen ehemaligen polnischen ZwangsarbeiterInnen und Berliner Jugendlichen in Lodz vom 12.4.-16.4.2003, Berlin 2003

> Weitere Infos zur Projektarbeit der im Archenhold-Gymnasium

 

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