> Bibliographie / Bestand in der Bibliothek der Berliner Geschichtswerkstatt
> Veröffentlichungen aus der Projektgruppe
der Berliner Geschichtswerkstatt
François Cavanna, Das Lied der Baba, Berlin 1988
orig: Les Russkoffs.
Autobiographischer Roman über einen jungen französischen Zwangsarbeiter
in Berlin-Treptow und seine Liebe zu einer ukrainischen Zwangsarbeiterin.
derzeit vergriffen

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Luce d'Eramo, Der Umweg, Reinbek 1984
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Luce d'Eramo, geboren 1925 in Reims, ging 1944 als
überzeugte Faschistin nach Deutschland und arbeitete bei IG
Farben in Höchst. Wegen ihres Engagements für eine
menschenwürdige Behandlung der ZwangsarbeiterInnen kam sie ins KZ
Dachau. Sie floh und lebte in München im Untergrund. Nach dem
Krieg studierte sie Philosophie und promovierte über Kant.
Das Leben im Untergrund des Dritten Reiches, das die junge
Italienerin nach ihrer Flucht aus dem Lager teilte, ist bisher
nicht beschrieben worden.
orig: Deviazione, Milano: Mondadori 1979
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Ludvìk Kundera, Berlin, Weimar 2000
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Ludvík Kundera ist 19 und Philosophiestudent an der Prager Karlsuniversität, als
die Deutschen die Tschechoslowakei zu ihrem Protektorat erklären und brachial
in seine Biografie eingreifen. Als Zwangsarbeiter wird er in das Arbeitslager Spandau am Westrand Berlins verpflichtet. Hier erlebt er, dass es
lebensgefährlich ist, Slawe zu sein, und dass Slawe vor allem Sklave bedeutet.
Doch nach mehreren bereits durchlebten Toden rettet ihn eine nahezu tödliche
Diphtherie. So gelingt dem Todkranken das Überleben. Kaum dem Lager entronnen, schreibt Kundera im Mai 1944 in Brünn in panischer Hast seine
Erlebnisse nieder. Damals bereits Mitglied der surrealistischen Künstlergruppe
RA, gelingt es dem mährischen Dichter, die Atmosphäre einer Zeit der absoluten Wirrnis in einer Novelle zu bannen.
Jetzt ist die leicht surrealistische Prosapoesie auch deutschen Lesern als wichtiges und historisches Zeitdokument zugänglich.
> Details
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Viktor Sons, Albert Semczak, der dritte Mann, Münster 2002
| Viktor Sons erzählt die Geschichte des Polen
Albert Semczak, der nach mehr als einem halben Jahrhundert den Ort
in Deutschland besucht, in dem er 4 Jahre als Zwangsarbeiter
schuften musste. Das Buch ist der erste Roman, der sich mit
Mitteln des Krimis mit der Zwangsarbeiterproblematik befasst.
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Marcel Elola, Ich war Metzger bei den "Krauts"
Die unheimlichen Erlebnisse eines Pariser Jungen in der deutschen
Reichshauptstadt, erscheint März 2005 (Frz: «Gavroche chez les Boches».
Editions DiverGens (Bistrita/Bucarest).
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Im Frühjahr 1943 wird der französische Metzgergeselle Marcel Elola, 21
Jahre, geb. in Paris, zum Arbeitsdienst (STO) nach Deutschland
verpflichtet. Er erlebt und beschreibt aus der Froschperspektive eines
teilweise Entrechteten die Zwangsarbeit, die unter Strafe gestellte Liebe
mit einer deutschen Frau, die Schiebereien in der Berliner Unterwelt und
die Bombenteppiche sowie die Schlacht um Berlin im April 1945.
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Leonardo Calossi, Anmerkungen zu einer Internierung in
Deutschland, 1943 - 1945. Zwangsarbeit am Beispiel eines
italienischen Militärinternierten bei Kugelfischer, Ebertshausen
2003
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Stalag VIII A Görlitz, Landeshut/Schlesien, Schweinfurt
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Leonie Ossowski, Das Dienerzimmer, Hamburg 1999
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Die Geschichte handelt von zwei grundverschiedenen Schwestern in den Kriegswirren Warschaus. Durch ihre Verschleppung nach Deutschland, wo sie als Zwangsarbeiterinnen in einem Schloss (im früheren Dienerzimmer) untergebracht sind, gerät ihre Beziehung aus den Fugen.
http://www.dieterwunderlich.de/Ossowski_dienerzimmer.htm
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Elfriede Jelinek, In den Alpen. Drei Dramen, Berlin 2002
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Schauplatz der drei im Auftrag der Bayerischen Kammerspiele entstandenen Stücke ("In den Alpen", "Der Tod und das Mädchen III/Rosamunde" und "Das Werk") ist Kaprun, der Ort, wo
2002 155 Menschen bei einem Brand der Bergbahn ums Leben kamen. Doch die Toten-Geschichte des Ortes reicht weiter zurück: Schon Jahrzehnte zuvor hatten beim Bau des Wasserkraftwerkes, der unter den Nazis mit Hilfe von Zwangsarbeitern begonnen und als Prestigeobjekt mit Hilfe des Marshallplanes Mitte der Fünziger fertiggestellt wurde, viele ihr Leben verloren. Sportunfall, Naturzerstörung und Massenvernichtung. Für Jelinek zusammengehörige Katastrophen von unverminderter Gegenwärtigkeit.
http://www.literaturhaus.at/buch/buch/rez/jelinekalpen/
http://de.wikipedia.org/wiki/Elfriede_Jelinek
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Rolf Hochhuth, Eine Liebe in Deutschland, Reinbek 1978
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Ein Fremder kommt mit seinem Sohn nach Brombach, einem kleinen deutschen Ort nahe der Schweizer Grenze, und rührt an eine Geschichte, an die sich die Dorfbewohner ungern erinnern lassen: die Liebe von Pauline Kropp zu einem polnischen Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkriegs und ihr tödliches Ende. Alle haben dabei Schuld auf sich geladen, aber niemand fühlt sich schuldig.
Verfilmt 1983 von Andrzej Wajda, mit Hanna Schygulla, Armin Müller-Stahl, Bernhard Wicki
http://www.cine-holocaust.de/cgi-bin/gdq?dfw00fbw003367.gd
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Michail Tschernenko, "Die Seinen und Fremde", 2001 (russisch)
Ostarbeiter bei der Generatoren- und Motorenbau KG, Berlin-Oberspree.
Vgl. Klaus-Helge Donath, Vom Überleben in der Höhle des Löwen, taz,
27.04.2005
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Pierre Cordier: Als Zwangsarbeiter auf der Schiffswerft in Mainz Gustavsburg 1943 bis 1945.
Herausgegeben, übersetzt und eingeleitet von Hedwig Brüchert. Sonderheft der Mainzer
Geschichtsblätter, Mainz 2005, 93 Seiten, ISSN-Nr. 1435-8026. 6,00 Euro
Zum Inhalt:
Im Februar 1943 wurde der achtzehnjährige Pierre Cordier aus seiner Heimatstadt Remiremont in den Vogesen als Arbeiter auf die
Schiffswerft Mainz-Gustavsburg gebracht. Er war einer von mehreren hunderttausend Franzosen, die im Rahmen des "Service du
Travail Obligatoire" zur Arbeit im Deutschen Reich zwangsverpflichtet wurden. Er litt nicht nur unter Heimweh, unter
der ungewohnt schweren körperlichen Arbeit, der beengten Unterbringung und dem ständigen Hunger, sondern auch unter der
herrischen, feindseligen Art einzelner Vorgesetzter. Hinzu kam die Todesangst während der Luftangriffe, die gegen Kriegsende im
Rhein-Main-Gebiet immer bedrohlicher wurden. Ein Fluchtversuch schlug fehl. So musste er bis zur Befreiung durch die
U.S.-Truppen im März 1945 ausharren.
Viele Jahre später schrieb er seine Erinnerungen an diese einschneidende Zeit nieder. Darin berichtet er sehr einfühlsam
und scharf beobachtend, mit Humor und feiner Ironie über deutsche Kollegen und Vorgesetzte - einige darunter fanatische Nazis,
andere hilfsbereit, human und kritisch gegenüber der NS-Kriegspolitik -, über das Zusammenleben mit den
ausländischen Kollegen aus vielen europäischen Ländern, über die vielen
angstvollen Stunden in den Luftschutzräumen und über die kleinen Momente der Freundschaft und des Glücks, die es in diesen
trostlosen zwei Jahren ebenso gab. Aus seinem Text spricht auch das tiefe Mitgefühl, das er für die deutsche Zivilbevölkerung
empfand, wenn er nach schweren Luftangriffen die Stadt Mainz brennen sah. Trotz der schlimmen Erfahrungen, die er während der
Zeit des Nationalsozialismus hier gemacht hatte, fühlte sich Pierre Cordier sein Leben lang mit der Region Mainz und der
Mainspitze und ihren Menschen eng verbunden.
Inhaltsverzeichnis:
Einführung: Französische Zivilarbeiter in Deutschland während des Zweiten Weltkriegs, von Hedwig Brüchert 7
Vorbemerkung des Autors 15
Vorwort des Autors 17
Ziel: Unbekannt 21
Die Schiffswerft 23
Eingewöhnung 27
Die Feuertaufe 31
Missglückter Fluchtversuch 34
Im Koblenzer Gefängnis 39
Rückkehr auf die Schiffswerft 46
Der Hammerschlag 50
Marusia 53
Iwan 57
Hochwasser am Main 62
Sabotage 67
Mein zwanzigster Geburtstag 70
Die Apokalypse 71
Die Evakuierung 77
Die Amerikaner sind da 81
Schlussbemerkung des Autors 89
Bestätigung des Berichts durch Albert Baum 90
Bildnachweis 92
Dank der Herausgeberin 93
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Elisabeth Hermann: Das Kindermädchen. Rotbuch Verlag, 2005. 432 Seiten. Euro 19,90. ISBN 3434531386
Elisabeth Hermann, die als Journalistin beim Berliner Sender rbb arbeitet, ist zufällig durch einen Zeitungsartikel auf ihr Thema gestoßen. Ihre Recherche hat zu vielen Informationen über die beschämende Vernachlässigung der Zwangsarbeiterinnen in der deutschen Nachkriegsgeschichte geführt.
Es ist ihr gelungen, aus diesem Thema einen wirklich guten Kriminalroman zu machen.
Rezensionen:
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/456200/
http://www.wdr5.de/funkhauseuropa/dossiers/detail.phtml?dossier_id=310
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Krystyna Ewa Vetulani-Belfoure: In einem deutschen Städtchen
Der Titel des Buches spielt auf das deutsche Volklied „In einem Polenstädtchen“ an; Lied und Buch verbindet eine recht romantisch klingende erste Zeile. Doch das, was in Lied und Buch dann erzählt wird, steht für eine alles andere als romantische Realität.
Das hier vorgestellte, gerade im Donat Verlag Bremen erschienene Buch enthält die Erinnerungen eines jungen Mädchens aus Kraków, das zur Zwangsarbeit ins III. Reich verschleppt wurde. Die Erinnerungen an die 4 Jahre, die die junge Polin in dem Harzer Fachwerkstädtchen Nordhausen verbringen muss, beeindrucken durch ihre Ehrlichkeit, Vorurteilsfreiheit und Empfindsamkeit. Grausamkeiten und Demütigungen benennt sie ebenso präzise wie die Erfahrungen menschlicher Solidarität. Mit 16 Jahren hineingeworfen in eine schreckliche Realität, bleibt sie den Wertvorstellungen und Verhaltensnormen treu, die sie in ihrem Elternhaus und auf dem Lyzeum kennen gelernt hat. Ewa arbeitet in einer Kautabakfabrik, dann in der Rüstungsindustrie und schließlich aufgrund ihrer Deutsch- und Französischkenntnisse im Haushalt einer Nordhäuser Familie, die Besitzer eines Sägewerkes ist. Ohne Eltern, auf sich allein gestellt und zumeist nur getröstet von drei gleichaltrigen Freundinnen, lernt sie zu unterscheiden zwischen Menschen, die ihr schaden können und die ihr helfen wollen. Ihr Bericht ist unpathetisch und direkt. Die Naivität, mit der sie der Lager- und Arbeitswelt zuweilen begegnet, erschüttert; um so deutlicher wird, wie gefährdet ihre Existenz immer wieder war. Der Wert des Buches besteht unbedingt auch darin, dass die Autorin auf stereotype Darstellungen verzichtet, die jeden Deutschen und die gesamte deutsche Nordhäuser Umwelt als feindlich und verbrecherisch darstellt. Vielmehr erinnert sie sich auch an die guten deutschen Frauen und Männer, denen sie begegnet ist. „Es waren ihrer nicht viele“, schreibt sie, „doch ohne ihre Hilfe hätten viele von uns das Ende des Krieges und die Freiheit nicht erlebt.“
Krystyna Ewa Vetulani–Belfoure. In einem deutschen Städtchen. Erinnerungen einer polnischen Zwangsarbeiterin 1942-1945, Aus dem Polnischen übersetzt von Antje Jonas, 192 Seiten, 24,80 DM, Donat Verlag Bremen, ISBN 3-931737-62-4
Frau Ewa Vetulani-Belfour verstarb am 24. März 2004 im Alter von 80 Jahren in Baltimore /USA.
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Ton van Reen, Gestohlene Jugend, Grafenau 2008
Reen, Ton van, Gestohlene Jugend. Grafenau: Edition Wahler, 2008. 341
Seiten mit Abbildungen. Kartoniert.
* Verfolgung und Widerstand in Wuppertal; 11. - Originaltitel: Gestolen
Jeugd; aus dem Niederlaendischen von Wolfgang Linneweber. Bearbeitet durch
Nina Doerner.
Dieses Buch basiert auf den Erfahrungen von Lei Steeghs waehrend des
Zweiten Weltkriegs. Bei Kriegsbeginn war er elf Jahre alt. Als
Fuenfzehnjaehriger wurde er verhaftet und als Zwangsarbeiter nach
Deutschland deportiert, wo er schreckliche Dinge erlebte. Seine Geschichte
steht fuer die von vielen Tausenden Zwangsarbeitern, die als Sklaven in
der deutschen Kriegsindustrie eingesetzt wurden
ISBN 3-938145-08-0 | ISBN-13 978-3-938145-08-1
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Aufseher
Lenz, Hans-Friedrich: Sagen Sie, Herr Pfarrer, wie kommen Sie zur SS? Bericht eines Pfarrers der Bekennenden Kirche über seine Erlebnisse im Kirchenkampf und als SS-Oberscharführer im Konzentrationslager Hersbruck, Gießen 1982
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Mirbach, Willy: "Damit du es später deinem Sohn erzählen kannst..." Der autobiographische Bericht eines Luftwaffensoldaten aus dem KZ Mittelbau (August 1944 - Juli 1945). Hrsg. u. kommentiert von Gerd Halmanns. Geldern: Verlag d. histor. Vereins f. Geldern u. U. 1997
Der Verlag über das Buch
Ein Augenzeuge zu Rüstungsindustrie und KZ im Südharz
Neun Monate vor Ende des Zweiten Weltkrieges und der NS-Diktatur wird der Niederrheiner Willy Mirbach, Obergefreiter der Luftwaffe, als Wachmann für das KZ Mittelbau (Harz) dienstverpflichtet. Seine furchtbaren Erlebnisse hat er schon 1946 zu einem einzigartigen, erschütternden Dokument verarbeitet. Der Augenzeugenbericht handelt vom Alltagsleben in den beiden Konzentrationslagern Harzungen und Rottleberode, von mörderischer Häftlingsarbeit unter Tage für die Junkers-Flugzeugwerke, von zwei 'Todesmärschen' nach der Auflösung der KZs Mittelbau und Oranienburg-Sachsenhausen und von der Kriegsgefangenschaft des Verfassers in Ostholstein. Jan Philipp Reemtsma urteilt: "Ich kenne keine vergleichbare Quelle - eine verdienstvolle Publikation."
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