IMI-Klage
vor Verwaltungsgericht - Solidaritätskundgebung und Diskussionabend |
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Die Bundesregierung weigert sich, die italienischen
Zwangsarbeiter zu entschädigen
Die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft"
sollte jene entschädigen, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland
deportiert und "unter besonders schlechten Lebensbedingungen"
zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Das traf sicher sowohl für die 600.000
italienischen "Militärinternierten" als auch für die verschleppten
Zivilisten zu. Nach dem Austritt Italiens aus dem Krieg 1943 galten sie alle
für die Nazis als "Verräter". Sie standen ganz unten im System der
Zwangsarbeit, oft auf einer Stufe mit den "Ostarbeitern". Die
Bundesregierung scheint das vergessen zu haben. Um die
"Militärinternierten" aus der Entschädigung auszuschliessen, werden
sie jetzt zu "Kriegsgefangenen" umdefiniert, obwohl sie nie als solche
behandelt wurden. Die Zivilisten gelten plötzlich als relativ privilegierte
"Westarbeiter", was sie vor 60 Jahren nicht waren.
4.200 Überlebende klagen gegen die Bundesrepublik
Eine erste Musterklage von zwei "Militärinternierten"
wird am 19. Februar vor dem Berliner Verwaltungsgericht verhandelt. Die Kläger
Antonio Basile und Giacomo Malberto, beide über 80 Jahre alt und krank, können
nicht nach Berlin kommen. Wir wollen an ihrer Stelle an der öffentlichen
Verhandlung von 10 bis voraussichtlich 12 Uhr teilnehmen und danach
vor dem Gericht auf die Entscheidung warten.
Solidaritätskundgebung
mit den italienischen Zwangsarbeitern am Donnerstag, den 19.
Februar 2004,
ab 9 Uhr vor dem Verwaltungsgericht Berlin, Kirchstraße 7
Zwischenkundgebung: Fünf nach Zwölf. Abschluß ca. 15 Uhr nach dem Urteil.
U-Bahn 9 Hansaplatz oder Turmstraße, S-Bahn Bellevue,
Bus 123 Haltestelle Alt-Moabit
Diskussionsabend:
Der stille Widerstand der
"Militärinternierten"
Sie verweigerten die Kollaboration. Wurden dafür gepeinigt
Am 19. Februar 18 Uhr im DGB-Gewerkschaftshaus, Kleiststr.19, U-Bahn
Wittenbergplatz
Es diskutieren:
Michele Montagano, ehemaliger "Imi", Überlebender des
Arbeitserziehungslagers Unterlüss
Enzo Orlanducci, Verband der italienischen Kriegsgefangenen und
Internierten (ANRP)
Manfred Steinkühler, ehemaliger deutscher Generalkonsul in Mailand
Edith Pichler, Politologin, Humboldt Universität
ANRP (Verband der ehemaligenen
italienischen Kriegsgefangenen und Internierten), Rom; Vereinigung
der Verfolgten des Nazi-Regimes / Verband der AntifaschistInnen (VVN-BdA),
Berliner Vereinigung ehemaliger Teilnehmer am antifaschistischen
Widerstand, Verfolgter des Naziregimes und Hinterbliebener (BVVdN),
DRAFD Verband Deutscher in der Résistance, in den Streitkräften der
Antihitlerkoalition und der Bewegung "Freies Deutschland" e.V.,
Berliner Geschichtswerkstatt e.V., Aktionsbündnis Entschädigung für
ZwangsarbeiterInnen, Berlin; Interessengemeinschaft ehemaliger Zwangsarbeiter
unter dem Ns-Regime, Unione delle associazioni democratiche italiane, Berlin;
Initiative Stop-Berlusconi, Altritalia, Ital-Uil Sozialberatungsstelle für
Italiener, Arbeitskreis Distomo, Hamburg, Antifa-Café
Hamburg, ReferentInnenrat der Humboldt-Uni Berlin, AStA TU-Berlin, Galerie Olga
Benario Berlin
ViSdP: Maren Cronsnest, 10783 Berlin, Frobenstr. 15, Kontakt
akbzbuero@yahoo.de, Tel. 0170.5941253
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