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Nicht nur Flick! 
Rundgang zur Zwangsarbeit für die Familie Quandt

Berliner Geschichtswerkstatt


Der Förderverein für ein Dokumentations- und Begegnungszentrum zur NS-Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweide und die Berliner Geschichtswerkstatt veranstalten am 12. September 2004 zwei Rundgänge zu den Standorten des bei der Quandt'schen Batteriefabrik "Pertrix" angesiedelten KZ-Außenlagers Niederschöneweide. 

Die Debatte um die Flick-Collection dreht sich unter anderem um den Ursprung des Reichtums, mit dem die demnächst in Berlin gezeigte Kunstsammlung Friedrich Christian Flicks erworben wurde: die Ausbeutung von ZwangsarbeiterInnen im Dritten Reich. Wie bei dem Erben des in Nürnberg als Kriegsverbrecher verurteilten Rüstungslieferanten Friedrich Flick geht auch das Vermögen anderer Unternehmer-Familien wesentlich auf ihre Expansion in der NS-Zeit zurück. Viele dieser kapitalkräftigen Privatleute weigern sich aber, die historische Verantwortung für ihren ererbten Reichtum zu übernehmen. Während viele Unternehmen sich auf massiven öffentlichen und juristischen Druck hin an der Zwangsarbeiter-Entschädigung beteiligten, ist über ihre Eigentümer, die privaten Großaktionäre, kaum diskutiert worden. 

Ein Beispiel ist die Familie Quandt, in deren Akkumulatoren- und Waffen-Fabriken Tausende von ZwangsarbeiterInnen eingesetzt wurden. Allein in Berlin-Schöneweide mussten 500 weibliche KZ-Häftlinge für die Batteriefabrik Pertrix arbeiten, die wie der gesamte AFA- (später VARTA-)Konzern im Besitz der Familie Quandt war. Das Privatvermögen der Quandt-Erben wird heute auf ca. 20 Mrd Euro geschätzt.

Der Förderverein für ein Dokumentations- und Begegnungszentrum zur NS-Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweide veranstaltet anlässlich des Tags der Erinnerung, Mahnung und Begegnung am 12. September 2004 zwei Rundgänge zu den Standorten des KZ-Außenlagers Nieder-schöneweide. Eindrucksvoll wird dabei die enge Verbindung der Zwangsarbeit mit dem Alltag der BerlinerInnen sichtbar.

Zugleich besteht damit die Möglichkeit, an diesem Tag des Offenen Denkmals das denkmalgeschützte, letzte noch erhaltene Zwangsarbeiterlager Berlins zu besichtigen, in dem demnächst ein Dokumentations- und Begegnungszentrum zur NS-Zwangsarbeit eingerichtet werden soll.

Termin: Sonntag, 12. September 2004, 11.00 und 14.00 Uhr, Dauer ca. 2 Stunden

Ort: Gedenktafel Britzer Straße 1 - 3, 10 min vom S-Bhf Schöneweide

> Presseerklärung

 

Weitere Termine

Am 22.09.2004 soll die Kunst-Ausstellung in der Rieck-Halle neben dem Hamburger Bahnhof in Berlin eröffnet werden. 

Im Prenzlauer Berg-Museum soll es ab 16. September eine Ausstellung zur Zwangsarbeit bei Flick in Berlin-Brandenburg geben.

 

Die Flick-Debatte - Ausgewählte Presse-Beiträge

 

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