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Über den "Verein der Freunde der Tschechen und
Slowaken" kamen wir im Sommer 1995 in Kontakt mit dem
"Verband der totaleingesetzten tschechischen
Bürger"(SNN) in Prag. Zu einigen führenden
Verbandsvertretern der Tschechen stellte sich - erleichtert
durch deren gute deutsche Sprachkenntnisse - bald ein sehr
freundschaftliches Verhältnis her. Wir unterstützten den
Prager Verband bei der Präsentation ihrer eigenen Ausstellung
an einem zentralen Ort in Berlin, organisierten für unsere
tschechischen BesucherInnen mit Hilfe der
Friedrich-Ebert-Stiftung einen Empfang und führten mit ihnen
ein gut besuchtes Zeitzeugengespräch durch. Bemühungen
um eine finanzielle Unterstützung durch das Auswärtige Amt,
Daimler-Benz und Siemens blieben erfolglos.
"Euch, die Ihr das nicht erlebtet...Erinnerungen
tschechischer ZwangsarbeiterInnen an Deutschland
1938-1945" lautet der Titel der Ausstellung, die wir vom
14. August bis 28. September 1995 in der Berliner
Stadtbibliothek im Berliner Bezirk Mitte zeigten. Wie schon
aus dem Titel ersichtlich, wendet sich die Ausstellung mit
einem Appell an die nachwachsenden Generationen, das bis heute
unerledigte Kapitel des "Totaleinsatzes" einer
ganzen Generation tschechischer Jugendlicher nicht in
Vergessenheit geraten zu lassen. Das war die erste Ausstellung
in Deutschland, in der sich die Betroffenen aus dem Ausland
mit ihrem eigenen Erinnerungsarchiv in der Öffentlichkeit zu
Wort meldeten. Die Ausstellung richtete sich zunächst an die
jüngere Generation im eigenen Land und fand nach der
Eröffnung in Prag auch viele Besucher in weiteren böhmischen
und mährischen Städten. Nach der Realisierung einer
deutschen Fassung für Berlin wurde sie in Köln, Jena und
anderen deutschen Städten gezeigt und bot jeweils den Rahmen
für interessante persönliche Begegnungen mit den
ZeitzeugInnen.
Angesichts der auf Regierungsebene völlig festgefahrenen
deutsch-tschechischen Gespräche wollten wir ein Gegenzeichen
setzen und den Betroffenen ein öffentliches Forum bieten, auf
dem sie aus eigenem Erleben über das erlittene Unrecht
berichten konnten. Daß dies in Berlin, in der ehemaligen
Reichshauptstadt, dem Ort der Täter, unter Anteilnahme einer
interessierten Öffentlichkeit geschah, bewerteten sie als ein
Zeichen möglicher Versöhnung. Leider sind inzwischen die
meisten unserer tschechischen Freunde gestorben, ohne daß sie
noch einen konkreten Erfolg ihrer Bemühungen um eine
angemessene Entschädigung erleben konnten.
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