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Besuchs- und Begegnungsprogramm der Berliner Geschichtswerkstatt e.V.
Der Einladung von 19 LodzerInnen nach Berlin im Mai gingen viele
Kontakte voraus. Die Projektgruppe "Zwangsarbeit in Berlin
1939-1945" der Berliner Geschichtswerkstatt e. V. (BGW) startete
1995 eine Anfrage an ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in
Mitteleuropa, infolgederen bis Mitte des Jahres 2000 ca. 200 Schreiben
aus Tschechien, 72 Briefe aus der Ukraine und aus Weißrußland sowie
235 Briefe aus Polen in der BGW eintrafen. In diesen Schreiben
schilderten die AutorInnen ihre Erinnerungen an die Zwangsarbeit und
äußerten häufig ihre Bitte nach Unterstützung bei der Recherche nach
Nachweisen ihrer Zwangsarbeit. Ein Großteil der polnischen Briefe
stammte aus Lódz. Im Februar 1998 fuhren einige der Projektmitglieder
das erste Mal in diese Stadt, um sich zumindest einem Teil der
BriefeschreiberInnen persönlich vorstellen zu können. Es folgten
weitere Besuche im Februar und Mai 1999, bei denen sich vor allem
längere Gespräche mit einem der ehemaligen Zwangsarbeiter, Herrn
Boleslaw Zajaczkowski, entwickelten. Durch diesen engeren persönlichen
Kontakt zu ehemaligen ZwangarbeiterInnen in Lódz entstand die Idee,
nicht mehr nur allein die Einrichtung eines Besuchsprogramms für die
Gesamtheit der Opfer des Nationalsozialismus in Berlin durch den Senat
zu fordern, sondern selbst Initiative zu ergreifen, solange wenigstens
einem Teil der noch Lebenden das Reisen überhaupt möglich ist. Vom 15.
bis zum 19. Mai kehrten Elf Frauen und acht Männer aus Lódz, die als
Kinder oder Jugendliche in der Zeit von 1940 bis 1945 in den
Rüstungsbetrieben von AEG, Telefunken und Krupp arbeiten mußten auf
Einladung der Berliner Geschichtswerkstatt an die Orte ihrer
Zwangsarbeit in Berlin zurück. 17 der Eingeladenen sind bei dem
Unternehmen AEG/Telefunken eingesetzt worden. Der Firmenkomplex
AEG/Telefunken profitierte wie etliche Berliner Betriebe und Unternehmen
nicht nur durch die Umstellung der Wirtschaft auf die totale
Rüstungsfertigung, sondern auch durch den Einsatz von Zehntausenden von
ausländischen Zwangsarbeitern.
Die Einladung der 19 polnischen ehemaligen Zwangsarbeiter wurde
ermöglicht durch die freundliche Unterstützung der Stiftung für
Bildung und Behindertenförderung GmbH, der Friedrich Ebert Stiftung,
der TOWAE-Stiftung, der Axel Springer Stiftung, der Alfried Krupp von
Bohlen und Halbach-Stiftung, des Humanitären Hilfsfonds der Siemens AG,
der Stiftung Erinnerung sowie dem C.H. Beck Verlag.
Dokumentiert wurde diese Begegnung in einer Broschüre und einem
Fernsehfilm:
Berliner Geschichtswerkstatt (Hg.), Rückkehr nach Berlin. Eine
Dokumentation des Besuchs von 19 ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und
Zwangsarbeitern aus Lodz im Mai 2000, Berlin 2000
"Wir kamen nicht freiwillig - Zwangsarbeiter in Berlin",
Dokumentarfilm von Wilma Pradetto, Erstausstrahlung Sender Freies Berlin
am 12.09.2000
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