|
18.00 Uhr Ausstellungseröffnung: „Ostarbeiter" in Berlin -
Zwangsarbeit für die Kirche
19.00 Uhr Podiumsdiskussion:
ZWANGSARBEIT – DIE LETZTE SCHULD BEGLICHEN ?
Einführung:
Dr. Lorenz Wilkens, Arbeitsgruppe Kirchenkampf / Zwangsarbeit der Ev.
Kirche Berlin-Brandenburg
Moderation:
Dr. Norbert Meisner, Vorsitzender von KONTAKTE-KOHTAKTbI e. V.
mit Vladimir Litvinov, Vorsitzender der International
Union of Former Juvenile Prisoners of Facism, Berater der Ukrainischen
Nationalstiftung
Jupp Le Grand, IG Metall, Frankfurt a.M.
Dr. Michael Herms, Stiftungsinitiative der Deutschen Wirtschaft
Günter Saathoff, Bundesstiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft,
Generalbeauftragter für die Zusammenarbeit mit den Partnerorganisationen
Gisela Wenzel, Berliner Geschichtswerkstatt e.V.
Marina Schubarth, KONTAKTE-KOHTAKTbI e. V.
Der Vernichtungskrieg gegen die Bevölkerung der Sowjetunion
und der Holocaust sind gleichermaßen dem mörderischen Rassismus der Nazis
geschuldet. Dem propagierten „Lebensraum im Osten" lag eine
Siedlungspolitik und Bevölkerungsplanung zugrunde, die den Genozid „rassisch
unerwünschter" Völker vorsah. Zwischen 20 und 30 Millionen Menschen
wurden Opfer dieses im höchsten Maße völkerrechtswidrigen deutschen
Angriffskrieges. Auf der Flucht hinterließ die Wehrmacht verbrannte Erde,
ausgeplünderte, zerstörte Städte, die Asche von Dörfern und ihrer
Bewohner. Von 1941 bis 1944 wurden mehr als 20 Millionen Sowjetbürger im
eigenen Lande zwangsverpflichtet. Aus Weißrußland, aus der Ukraine und aus
Rußland kamen über fünf Millionen Menschen zur Zwangsarbeit nach
Deutschland. Als sogenannte „Ostarbeiter" waren sie rechtlos der
extremen Ausbeutung ihrer Arbeitskraft ausgeliefert.
Erst nach dem Ende des Kalten Krieges fanden die überlebenden
NS-Opfer aus osteuropäischen Ländern im Westen Gehör. Zumindest den
Zwangsarbeitern wird als „humanitäre Geste" eine Zuwendung ausgezahlt,
nicht aber die Summe der vorenthaltenen Löhne. Wer keinen amtlichen Nachweis
für geleistete Zwangsarbeit hat, geht leer aus. Sowjetische Kriegsgefangene,
welche die Zwangsarbeit überlebten, erhalten nichts. Wer im eigenen Land von
der deutschen Besatzungsmacht zwangsverpflichtet wurde und härteste
Repressionen erlitt, wird nicht entschädigt.
Wird die Auszahlung von 10 Milliarden DM an ehemalige
NS-Zwangsarbeiter ein Schlußstrich sein? Ist die Schuld beglichen oder tragen
in Deutschland auch die folgenden Generationen die Verantwortung für eine
Schuld, die nicht verjährt? Die Podiumsdiskussion wird sich kritisch mit dem
Entschädigungsverfahren auseinandersetzen und die Zukunft unserer Beziehungen
zu den NS-Opfern in den Mittelpunkt stellen.
Wir laden Sie und Ihre Freunde ein zur Diskussion und freuen
uns auch auf Ihre Teilnahme an der Ausstellungseröffnung „OSTARBEITER"
IN BERLIN – ZWANGSARBEIT FÜR DIE KIRCHE, die in Zusammenarbeit von
KONTAKTE-KOHTAKTbI e. V. und der Arbeitsgruppe Kirchenkampf und Zwangsarbeit
der Ev. Kirche Berlin-Brandenburg entstand.
Eberhard Radczuweit
Veranstaltungsort:
Haus der Kirche,
Berlin-Charlottenburg,
Goethestr. 27-30 (U-Bahnhof Wilmersdorfer Str.)
Wir danken für die freundliche Unterstützung
durch Klaus E. H. ZAPF-Transporte GmbH.
|