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09.10.2022 (Sonntag)

Rundgang: Die Rote Insel - Geschichte eines ehemaligen Schöneberger Arbeiterviertels

14:00 - 16:30

Stadtteilführung in Kooperation mit der VHS Tempelhof-Schöneberg

Das Areal zwischen den Gleisanlagen der Nord-Süd-Bahn S2 (die ehemalige Anhalter und Dresdner Bahn), der Wannseebahn S1 (die ehemalige Potsdamer Bahn) und der Ringbahn wird landläufig als ''Insel'' bzw. seiner historischen Eigenschaft eines proletarischen Wohnquartiers wegen als ''Rote Insel'' bezeichnet. Die Weltgeschichte von 100 Jahren ist hier wie in einem Brennspiegel verdichtet: Militär- und Eisenbahngeschichte, Industrieansiedlung und Massenwohnungsbau, die Politik der großen und kleinen Leute, Arbeiterbewegung, Faschismus und Widerstand haben Spuren in der Lokalgeschichte hinterlassen. Diese werden in einem ca. 2,5-stündigen Rundgang durch den Kiez wiedergefunden und erläutert.

Referent: Dr. Andreas Bräutigam, Berliner Geschichtswerkstatt e.V.

Treffpunkt für angemeldete Teilnehmende: Kolonnenstr./Ecke Cheruskerstr. vor der ''Bio-Insel'', direkt am S-Bhf. Julius-Leber-Brücke.
Anmeldung zuvor an der VHS erforderlich.

Kursnummer: TS101.010H
Entgelt: 7,60 EUR
Ermäßigt: 5,30 EUR

15.10.2022 (Samstag)

Rundgang: Schöneberg im Aufbruch - Wendejahre zwischen 1874 und 1919

13:00 - 15:30

Stadtteilführung in Kooperation mit der Volkshochschule Tempelhof-Schöneberg    

 

Noch im Jahre 1867 behauptete ein Besucher Alt-Schönebergs, es sei unmöglich, auf den morastigen Wegen des Ortes zu Fuß fortzukommen, wolle man nicht Gefahr laufen, Schuhe oder Stiefel zu verlieren. Bei dieser Aussage möchte man meinen, das Dorf habe sich seit Gründung kaum verändert, was aber natürlich nicht der Fall ist.
Immerhin erhielt Schöneberg 1853 als einziger Vorort Berlins Gasbeleuchtung. Auch profitierten insbesondere Gastwirte von der zum Teil schon 1791 befestigten Landstraße nach Potsdam. Als 1838 unmittelbar am Ortsrand die erste preußische Eisenbahnlinie fuhr, gab es darüber und über die umfangreichen Bebauungspläne Hobrechts noch jahrelange Streitigkeiten im Gesamtgemeinderat des 1874 eingeweihten Amtshauses.
Zwar waren in der Ortsverwaltung nur zwei Bauern vertreten, die jedoch ein außerordentliches Mitspracherecht ausübten, wenn es um die städtebauliche Neuplanung Schönebergs ging. Da Sie im Besitz vieler Grundstücke waren, folgte man schließlich ihren Vorschlägen bezüglich einer Durchmischung von Mietskasernen, Hinterhofindustrie und herrschaftlichen Wohnungen für höhere Beamte, Fabrikanten, Kaufleute, Pensionäre, Witwen und höhere Militärs.
Den Bau von großen Fabriken jedoch lehnte man ab. So musste die Firma Goerz 1887 nach Friedenau ausweichen und schrieb eine ungewöhnliche Firmengeschichte, welche in den Höfen und Gebäuden noch bis heute sichtbar ist.

Es wird eine gültige BVG-Fahrkarte benötigt.
Anmeldung zuvor an der VHS erforderlich.
Treffpunkt für angemeldete Teilnehmende: Berliner Geschichtswerkstatt, Goltzstraße 49, 10781 Berlin (U-Bahnlinie 7, Station: Eisenacher Straße)

Referentin: Marita Filipowsky, Berliner Geschichtswerkstatt e.V.

Kursnummer: TS101.011H
Entgelt: 7,60 EUR
Ermäßigt: 5,30 EUR

17.10.2022 (Montag)

Werkstattgespräch "Grabe. wo du stehst: 40 Jahre Erinnerungsarbeit der BGW"

19:00 - 20:30


Die Geschichtswerkstätten-Bewegung ist Teil der Erinnerungskultur in Deutschland. "Mit dem Aufkommen dieser Bewegung in den frühen 80er Jahren erlebte das öffentliche Erinnern in Westdeutschland einen beispiellosen Aufschwung", so Jenny
Wüstenberg. Der Ansatz "Grabe, wo du stehst" wird am Beispiel  der Geschichtswerkstatt Lichtenrade, die sich 2001 der Berliner Geschichtswerkstatt angeschlossen hat, von Andreas Bräutigam vorgestellt. Wie aktuell Erinnerungsarbeit ist, wird vor allem mit Blick auf gegenwärtige nationalistische bzw. identitäre Interpretationen der deutschen Geschichte deutlich. Wüstenberg: "Wir brauchen, neben dem Einsatz neuer Medien, vielleicht auch emotionalere Herangehensweisen, damit aus Erinnerungsarbeit auch wieder Erinnerungsprotest werden kann."

Ort: Berliner Geschichtswerkstatt, Goltzstraße 49, 10781 Berlin
ReferentInnen: Prof. Jenny Wüstenberg (Nottingham Trent University, UK),
Dr. Andreas Bräutigam (Berliner Geschichtswerkstatt e. V.)
Moderation: Sonja Miltenberger