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27.11.2021 (Samstag)

Hart an der Grenze: Zwischen Sittenverfall, Kaiserreich und Groß-Berlin

13:00 - 15:30

Stadtteilführung in Kooperation mit der Berliner Geschichtswerkstatt e.V.

Insbesondere in den Jahren vor 1892 kam es in Schöneberg zu Grundstücksverkäufen und in der Folge zu einer flächendeckenden Bebauung mit Mietskasernen. Dies hatte zur Konsequenz, dass die großen, sich an der Hauptstraße befindenden Biergärten verschwanden und sich das Vergnügungsgewerbe verlagerte. Rund um den Nollendorfplatz bis hin zur Akazienstraße entstanden Bars, Salons, Cabarets und Tanzdielen. Für eine schnelle Verbindung sorgte zwischen 1888 und 1898 eine Dampfstraßenbahn. Besucher_innen kamen von überall her und schwärmten von der Eleganz der großen Etablissements. Zunehmend aber mehrten sich am Ende des 19. Jahrhunderts skandalöse Berichte. Mit seinem persönlichen Einsatz zum Bau der Apostel-Paulus-Kirche 1892 glaubte der spätere Kaiser Wilhelm II. diesem Sodom und Gomorrha ein Ende zu bereiten. Zu diesem Sittenverfall wäre es jedoch nach Meinung vieler Bürger und Bürgerinnen nicht gekommen, hätte sich der Magistrat von Berlin nicht einen Teil von Schöneberg einverleibt und so zur Verdichtung dieser Gegend beigetragen. Ab 1861 gehörte die Gleditschstraße zu Berlin, die parallel verlaufende Goltzstraße aber zu Schöneberg. Mit Bildung Groß-Berlins 1920 verschwanden diese wie andere Grenzen und die Dynamik der Großstadt entwickelte sich zum "Tanz auf dem Vulkan".

Achtung: vorherige Anmeldung bei der VHS zwingend notwendig:Kursnummer: TS101.016H.

Der Gesundheit zuliebe. Präsenzveranstaltungen können nur unter Einhaltung der pandemiebedingten VHS Hygienekonzepts erfolgen. Bitte lesen Sie das Konzept vorab.  Lesen Sie bitte das Hygienekonzept: https://vhs-ts.de/…

Treffpunkt: Berliner Geschichtswerkstatt, Schöneberg, Goltzstraße 49, nahe U-Bahnhof Eisenacher Straße
Dauer: 2 ½ Stunden
Referentin: Marita Filipowsky, Berliner Geschichtswerkstatt e.V.

06.12.2021 (Montag)

Lesung mit Andreas Ulrich „Die Kinder von der Fischerinsel“

19:00 - 20:30

in den Räumen der Berliner Geschichtswerkstatt, Goltzstraße 49,
10781 Berlin-Schöneberg, U-Bahnhof Eisenacher Straße

Zwischen 1969 und 1973 entstand im Zentrum Ost-Berlins ein einzigartige Hochhaussiedlung. In die markanten Neubauten auf der Fischerinsel zogen neben kinderreichen Familien vor allem Künstler, Wissenschaftler, Funktionäre und Diplomaten ein. DDR-Alltag traf  hier auf Prominenz und Extravaganz. Auch die Familie von Andreas Ulrich lebte eine Zeitlang auf der Fischerinsel. Fünf Jahrzehnte später begab sich der Journalist auf die Suche nach seinen einstigen Mitschülern, um herauszufinden, was aus ihnen geworden ist. Die Recherchen führten ihn weit über Berlin hinaus und offenbarten bewegende und außergewöhnliche Lebensgeschichten.

Andreas Ulrich, geboren 1960 in Berlin, studierte Journalistik in Leipzig und arbeitet als Reporter, Redakteur und Moderator vor allem für das rbb-Fernsehen, radioeins, Deutschlandradio Kultur und den NDR-Hörfunk.

11.12.2021 (Samstag)

Schöneberg im Wandel - Ein Stadtteilrundgang durch drei Jahrhunderte

13:00 - 15:30

Stadtteilführung der VHS in Kooperation mit der Berliner Geschichtswerkstatt e.V.


Wer heute die schnelle Verbindung über die Langenscheidtbrücke von und nach Kreuzberg nutzt, ahnt kaum, dass es diese und andere Wegstrecken bereits im 17. Jahrhundert gab. Während an der Potsdamer Chaussee (ab 1840: Botanische Gartenstraße, seit 1881: Hauptstraße) eine dichte Besiedelung einsetzte, war der Ostteil des 1750 begründeten Dorfes ''Neu Schöneberg'' weitgehend geprägt durch Ackerland und Wiesen. Auch die 1838 feierlich eingeweihte Berlin-Potsdamer-Eisenbahnstrecke änderte daran wenig. Zwar hatten viele Bauern Ländereien an die Eisenbahngesellschaft verkauft, bauten aber weiterhin Getreide und Kartoffeln an. Erst Ende der 1880er-Jahre wurde auch dieser Teil Neu Schönebergs besiedelt. Straßen und mehrstöckige Wohnhäuser entstanden, in deren Hinterhöfen Gewerbetreibende mit oft nur ein bis zwei Mitarbeitenden ihr Handwerk ausübten. So auch der Hofkunstschmied Karl Paul Marcus, der den vorbildlichen Betrieb ''Arndt & Marcus'' (später: Marcus Metallbau) an der Monumentenstraße aufbaute und damit Weltruhm erlangte. Den Gewerbehof daneben, ein Pferde-Omnibus-Depot, übernahm 1905 die Firma ABOAG und wurde zu einem der wichtigsten Arbeitgeber in Schöneberg. Während nach dem 2. Weltkrieg, insbesondere in der stark zerstörten Crellestraße, kleine Betriebe ihre Arbeit wieder aufnahmen, erinnern sich heute nur noch wenige Menschen an die Firma Marcus Metallbau, die sich von dem Makel, als Rüstungsbetrieb für die Nazis gearbeitet zu haben, nie mehr erholte. Geblieben ist ein besonderer Ort, an dem Vergangenheit, Entwicklung und Fortschritt wie sonst kaum in Schöneberg nebeneinander und sichtbar in eine neue Zeit der Moderne führten.

Der Gesundheit zuliebe. Präsenzveranstaltungen können nur unter Einhaltung des pandemiebedingten VHS Hygienekonzepts erfolgen. Bitte lesen Sie das Konzept vorab. Lesen Sie bitte das Hygienekonzept: https://vhs-ts.de/Hygienekonzept.html

Kursnummer:  TS101.017H

Achtung: vorherige Anmeldung bei  https://www.berlin.de/vhs-tempelhof-schoeneberg/service/anmeldung/ notwendig.

Führung mit Marita Filipowsky, Berliner Geschichtswerkstatt e.V.

Treffpunkt: Berliner Geschichtswerkstatt, Goltzstr. 49, 10781 Berlin