Alle Termine der Berliner Geschichtswerkstatt auf einen Blick

04.10.2020 (Sonntag)

Die Rote Insel - Geschichte eines Schöneberger Arbeiterviertels

14:00 - 16:30

Stadtteilführung in Kooperation mit der Berliner Geschichtswerkstatt e.V.

Das Areal zwischen den Gleisanlagen der Nord-Süd-Bahn S2 (die ehemalige Anhalter und Dresdner Bahn), der Wannseebahn S1 (die ehemalige Potsdamer Bahn) und der Ringbahn wird landläufig als ''Insel'' bzw. seiner historischen Eigenschaft eines proletarischen Wohnquartiers wegen als ''Rote Insel'' bezeichnet. Die Weltgeschichte von 100 Jahren ist hier wie in einem Brennspiegel verdichtet: Militär- und Eisenbahngeschichte, Industrieansiedlung und Massenwohnungsbau. Die Politik der großen und kleinen Leute, Arbeiterbewegung, Faschismus und Widerstand haben Spuren in der Lokalgeschichte hinterlassen.

Der Gesundheit zuliebe. Präsenzveranstaltungen können nur unter Einhaltung des pandemiebedingten VHS Hygienekonzepts erfolgen. Bitte lesen Sie das Konzept vorab. Achtung: vorherige Anmeldung bei der VHS zwingend Notwendig: Kursnummer TS101.007H.

Treffpunkt: Julius-Leber-Brücke, vor der „Bio-Insel“
Dauer: 2 ½ Stunden
Referent: Dr. Andreas Bräutigam, Berliner Geschichtswerkstatt

 

 

20.10.2020 (Dienstag)

„Mein Land? – Rockmusik aus Ost und West vor und nach dem Mauerfall und der Vereinigung der beiden deutschen Staaten“

18:00 - 20:00

Musiksendung mit dem Kooperationspartner rockradio.de

Ort: Speiches Blues- und Rockkneipe, Raumerstraße 39, 10437 Berlin-Prenzlauer Berg, öffentliches Publikum am Veranstaltungsort

 Zu empfangen im Internet bei www.rockradio.de.

 Moderation: Jürgen Karwelat (Berliner Geschichtswerkstatt e.V.)  und Klaus Koeplin-Schnabel (rockradio.de)

 Gast: LÜÜL und ein weiterer Musiker

Wir spielen Musik aus Ost und West und sprechen darüber.
In der Zeit vor und nach dem Mauerfall und der Vereinigung von BRD und DDR haben sich sowohl in Westdeutschland als auch in Ostdeutschland Musiker mit der deutschen Teilung und diesem unnatürlichen Zustand beschäftigt. Zahlreiche DDR-Gruppen haben in der von ihnen spezifisch entwickelten Sprache den Zustand ihres Landes und sein Verhältnis zu Westdeutschland angesprochen (z.B. City mit dem Lied "Wand an Wand"). Besonders in der Umbruchphase waren diese Gruppen produktiv und haben z.T. sehr klare, nur noch wenig verpackte Lieder auf den Untergang der DDR gesungen, wie z.B. die Gruppe Silly mit dem Lied "SOS", einer unverhohlenen und kraftvollen Parabel auf den Untergang der DDR. Aber auch nach der Vereinigung von BRD und DDR hielt die kreative Phase an. Teilweise wurde schon kurz nach dem Mauerfall Resümee der politischen Entwicklung gezogen, wie es z.B. die Gruppe Rockhaus mit ihrem Lied "Wohin" (sind sie hin, die ganzen Träume") aus dem Jahr 1990 tat. Zahlreiche weitere Beispiele neben dem allseits bekannten Lied von Udo Lindenberg über das "Mädchen aus Ost-Berlin" lassen sich aufführen. Hellseherisch war das Lied von Pannach und Kunert aus dem Jahr 1986 "Der Tag, an dem die Mauer fiel".

Gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

26.10.2020 (Montag)

Jedem ein warmes Brausebad einmal die Woche Eine Reise durch die Entwicklung der Berliner Bade- und Schwimmkultur

19:00 - 21:00

Mit Gründung des Berliner Vereins für Volksbäder 1873 begann eine Entwicklung, deren Blütezeit Anfang des 20. Jahrhunderts begann. Unter dem Motto: „Jedem ein warmes Brausebad einmal die Woche“ entstanden Volksbrausebäder und der Wille, dass das Erlernen der Schwimmkunst für jeden und jede möglich gemacht werden sollte. Der  Erste Weltkrieg unterbrach diese Entwicklung. Anfang der 1920er Jahre blühte die Idee wieder auf. Es brauchte allerdings noch bis in die 1950er Jahre, bis es zu einer regelrechten Explosion von Bäderbauprogrammen kam.

Gast: Bianca Tchinda, Schwimmerin, Betreiberin des schwimm-blog-berlin und Vorstand des Verbandes der Berliner Bäderbesucher e.V.

Moderation: Dr. Andreas Bräutigam, Berliner Geschichtswerkstatt e.V.

Ort: Berliner Geschichtswerkstatt, Goltzstr. 49 in Berlin Schöneberg

16.11.2020 (Montag)

Schnaps ist gut gegen Cholera Gutes Trinkwasser ist aber auf die Dauer besser

19:00 - 21:00

Früh schon wurde in Berlin die Abwasserbehandlung als lebensnotwendig erkannt. Nur so konnte die Versorgung mit sauberem Wasser gesichert werden, was für Hygiene und gesundheitliche Fürsorge wachsender Städte mindestens so wichtig war wie die Entsorgung festen Abfalls. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Stadt Berlin und dann später Groß-Berlin vor neue Herausforderungen auf diesem Gebiet gestellt, die nur durch die Installation einer Abwassersammlung und -reinigung zu lösen waren. Die Teilung Berlins nach dem 2. Weltkrieg hatte auch Auswirkungen auf die Abwasserbehandlung. Spannend zu erfahren, wie die Stadt diese Probleme meisterte bzw. wie sie bis auf den heutigen Tag damit umgeht.

Gast: Dr. Ludwig E. Gustafsson, Geologe

Moderation: Peter Lassau, Berliner Geschichtswerkstatt e.V.

Ort: Berliner Geschichtswerkstatt, Goltzstr. 49 in Berlin Schöneberg

30.11.2020 (Montag)

Nicht nur die Stadt, auch der Müllberg wächst Die Entwicklung zur öffentlichen Straßenreinigung und Müllbeseitigung

19:00 - 21:00

Die erste urkundlich erwähnte Regelung für die Straßenreinigung in Berlin stammt aus dem Jahr 1587. Erst 290  Jahre später, 1875, wurde das Straßenreinigungswesen eigen- ständiger Zweig der kommunalen Selbstverwaltung. Die Müllentsorgung war nach wie vor in privater Verantwortung der Hausbesitzer. Aber wohin mit dem Müll? Neben der Verfüllung von Kiesgruben und Feuchtgebieten und der Aufschüttung von Bahndämmen und Halden wurden bereits recht modern anmutende Versuche der Müllverbrennung und Müllverwertung in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts vollzogen. Sie erwiesen sich aus verschiedenen Gründen als unzureichend und für private Akteure nicht zu bewältigen. Bald nach der Bildung von Groß-Berlin sah sich die Stadt im öffentlichen Interesse gezwungen, ein einheitliches städtisches Straßenreinigungs- und Müllbeseitigungsunternehmen mit polizeilichem Benutzungszwang einzurichten.

Gast: Hans-Christoph Rieth, Vorsitzender des Vereins Saubere Zeiten e.V.

Moderation: Dr. Andreas Bräutigam, Berliner Geschichtswerkstatt e.V.

Ort: Berliner Geschichtswerkstatt, Goltzstr. 49 in Berlin Schöneberg