Tafeln am "Rosa-Luxemburg-Steg" verschwunden.

29.08.2013 20:54

Presseerklärung der Berliner Geschichtswerkstatt

 

Berlin, den 29. August 2013

 

 

 

Schilder am Rosa-Luxemburg-Steg verschwunden – einfacher Diebstahl oder bewusster Angriff auf das Erinnern an Rosa Luxemburg?

 

Am 25. September 2012 waren die neuen Schilder des „Rosa-Luxemburg-Stegs“ an der Fußgängerbrücke über den Landwehrkanal durch Senator Micheal Müller und Jürgen Karwelat von der Berliner Geschichtswerkstatt enthüllt worden. Damit ging eine insgesamt über 27 Jahre gehende Auseinandersetzung um die Namensgebung dieser Brücke zu Ende gegangen. Im Frühjahr 1986 hatte die Berliner Geschichtswerkstatt das erste Mal gefordert, dass die damals neu zu errichtende Brücke nach der ermordeten sozialistischen Politikerin benannt werden soll, deren Leiche an dieser Stelle in den Landwehrkanal geworfen worden war.

 

Offensichtlich sind die beiden Tafeln an der Brücke mit dem Schriftzug „Rosa-Luxemburg-Steg“ in den letzten Tagen entwendet worden. Die blauweißen Namenstafeln unter der Brücke sind weiterhin erhalten.

 

Die Berliner Geschichtswerkstatt bedauert die Entfernung der Tafeln außerordentlich und hat die zuständige Senatsverwaltung für Stadtentwicklung aufgefordert, zügig für Ersatzschilder zu sorgen. Wir können nur Mutmaßungen über die Motive der Diebe anstellen. Nicht auszuschließen ist, dass hier politische Motive vorlagen, den Namen von Rosa Luxemburg an dieser Stelle aus dem Stadtbild verschwinden zu lassen. Wir fordern die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung als Eigentümerin der Tafeln auf, Strafanzeige zu erstatten, damit die Täter verfolgt werden.

 

 

 

Für den Geschäftsführenden Ausschuss der Berliner Geschichtswerkstatt

Jürgen Karwelat

 

Zurück