So., 24.01.2016 um 12 Uhr: Rundgang durch das Pazifistenviertel in Neutempelhof

10.01.2016 17:48

„Pazifisten gegen Flieger“ – ein Stadtviertel mit neuen Straßennamen, zu denen es nie kam“

 

Führung: Jürgen Karwelat

Lesung: Elmar Gutmann, Schauspieler

 

Rundgang: Sonntag, 24. Januar 2016, 12.00 Uhr

Treff: Manfred-von Richthofen-Straße/Adolf-Scheidt-Platz

 

Die Nationalsozialisten haben vielen Teilen Berlins ihren ideologischen Stempel dadurch aufgedrückt, dass sie Straßen umbenannt und ihnen Namen nach Wegbereitern des Nationalsozialismus gegeben haben. Der in den 1920er Jahren erbaute Stadtteil Gartenstadt Tempelhof wurde militarisiert. Am 21. April 1936, dem „Tag der Luftwaffe“, bekamen alle Straßen neue Namen, nämlich die Namen von „Fliegerhelden“ des Ersten Weltkriegs. Prominenteste Umbenennung war der neue Name für die größte Straße, den Hohenzollernkorso, die nach dem „Fliegerhelden“  Manfred von Richthofen benannt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg plante der Berliner Magistrat völlig neue Straßennamen für das Viertel. Die Flieger sollten durch pazifistische Schriftstellerinnen und Schriftsteller abgelöst werden. Für die Manfred-von-Richthofenstraße war Mühsamstraße vorgesehen. Auch Bertha von Suttner, Ernst Toller, Georg Büchner, Franz Werfel und weitere Schriftstellerinnen und Schriftsteller sollten auf die Straßenschilder. Es kam aber nicht dazu. Der Stadtplan von 1946 blieb an dieser Stelle ein Plan. Nahezu alle Straßen tragen bis heute die Namen aus der Nazi-Zeit.

Wir machen einen realen Rundgang durch das nicht realisierte „Pazifistenviertel“. Wir hören vom Leben der Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die geehrt werden sollten und warum dies nicht geschah. Die Zitate aus ihren Werken werden vom Schauspieler Elmar Gutmann vorgetragen.

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