Sa., 14. September 2019 um 13 Uhr: Rundgang: Schöneberg im Wandel der Zeit. Ein Stadtteil-Rundgang durch drei Jahrhunderte

29.07.2019 18:50

Stadtteilführung der VHS in Kooperation mit der Berliner Geschichtswerkstatt e.V.

Wer heute die schnelle Verbindung über die Langenscheidtbrücke von und nach Kreuzberg nutzt, ahnt kaum, dass es diese und andere Wegstrecken bereits im 17. Jahrhundert gab. Während an der Potsdamer Chaussee (ab 1840: Botanische Gartenstraße, seit 1881: Hauptstraße) eine dichte Besiedelung einsetzte, war der Ostteil des 1750 begründeten Dorfes ''Neu Schöneberg'' weitgehend geprägt durch Ackerland und Wiesen. Auch die 1838 feierlich eingeweihte Berlin-Potsdamer-Eisenbahnstrecke änderte daran wenig. Zwar hatten viele Bauern Ländereien an die Eisenbahngesellschaft verkauft, bauten aber weiterhin Getreide und Kartoffeln an. Erst Ende der 1880er-Jahre wurde auch dieser Teil Neu-Schönebergs besiedelt. Straßen und mehrstöckige Wohnhäuser entstanden, in deren Hinterhöfen Gewerbetreibende mit oft nur ein bis zwei Mitarbeitenden ihr Handwerk ausübten. So auch der Hofkunstschmied Karl Paul Marcus, der den vorbildlichen Betrieb ''Arndt & Marcus'' (später: Marcus Metallbau) an der Monumentenstraße aufbaute und damit Weltruhm erlangte. Den Gewerbehof daneben, ein Pferde-Omnibus-Depot, übernahm 1905 die Firma ABOAG und wurde zu einem der wichtigsten Arbeitgeber in Schöneberg. Während nach dem 2. Weltkrieg, insbesondere in der stark zerstörten Crellestraße, kleine Betriebe ihre Arbeit wieder aufnahmen, erinnern sich heute nur noch wenige Menschen an die Firma Marcus Metallbau, die sich von dem Makel, als Rüstungsbetrieb für die Nazis gearbeitet zu haben, nie mehr erholte. Geblieben ist ein besonderer Ort, an dem Vergangenheit, Entwicklung und Fortschritt wie sonst kaum in Schöneberg nebeneinander und sichtbar in eine neue Zeit der Moderne führten.

Achtung: Vorherige Anmeldung bei der VHS notwendig:

https://www.berlin.de/vhs-tempelhof-schoeneberg/service/anmeldung

Treffpunkt: Berliner Geschichtswerkstatt, Goltzstraße 49, 10781 Berlin (U-Bahnhof Eisenacher Straße, U 7). Es wird eine gültige BVG-Fahrkarte benötigt.

Dauer: ca. 2 1/2 Stunden

Referentin: Marita Filipowsky, Berliner Geschichtswerkstatt e.V.

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