Offener Brief: Gedächtnis verloren? Für Erhaltung des Dokumentations-zentrums DDR-Alltagskultur

01.02.2013 12:03

Offener Brief der Berliner Geschichtswerkstatt

Berlin, den 23. Januar 2013

 

Gedächtnis verloren?

Für Erhaltung des Dokumentationszentrums Alltagskultur der DDR e.V. in Eisenhüttenstadt!

 

Mit großem Bedauern und auch Unverständnis haben wir von der radikalen Reduzierung der finanziellen Mittel für das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR e.V. erfahren.

Mit 1 ½ Stellen ist praktisch keine Museumsarbeit möglich, sondern lediglich die bloße Verwaltung des noch Vorhandenen. Das Ende des Museums ist somit in kürzester Zeit absehbar.

 

Das Dokumentationszentrum hat seit über 20 Jahren fundierte wissenschaftliche Arbeit im Bereich der historischen Forschung und des Aufbaus und der Pflege der Sammlung zur Alltagskultur der DDR geleistet. Darüber hinaus bietet es ein umfangreiches museumspädagogisches Programm an und leistet in Form von Ausstellungen, Publikationen und Veranstaltungen einen wichtigen Beitrag zur politischen Bildungsarbeit. Mit seiner Fachkompetenz nimmt das Dokumentationszentrum eine besondere Stellung bei der Erforschung und Vermittlung der Alltagsgeschichte der DDR ein.

Hier hat es vorbildliche Arbeit geleistet, indem Hintergründe und Basisinformationen geliefert werden, und das soll es in Zukunft tun! Es gibt eine Reihe von privat organisierten „DDR-Museen“, die aber in der Regel nicht über das Niveau hinaus kommen, den Besuchern „Trabis zum Streicheln“ anzubieten.

 

Die Arbeit des Dokumentationszentrums muss daher als qualitativ hochwertige Alternative im Kontext der deutschen Museumslandschaft gesichert werden.

 

Wir sehen bei der Erhaltung des Dokumentationszentrums drei Körperschaften in der Pflicht, die Stadt Eisenhüttenstadt als Standort des Dokumentationszentrums, den Kreis Oder-Spree und das Land Brandenburg, da das Museum überregionale Bedeutung hat.

 

Wir appellieren daher

 

-         an die Stadt Eisenhüttenstadt,

-         den Landkreis Oder-Spree und

-         an das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg

 

ausreichend Finanzmittel für das Dokumentationszentrum zur Verfügung zu stellen, um die Arbeit mindestens in bisherigem Umfang fortzusetzen.

 

Der Geschäftsführende Ausschuss der Berliner Geschichtswerkstatt e.V.

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