Mo., 6. Mai 2019 um 19 Uhr: SWINGTIME 1929-1949 - Stephan Wuthe legt auf

01.04.2019 14:45

in der Räumen der Berliner Geschichtswerkstatt, Goltzstraße 49, 10781 Berlin


SWINGTIME 1929-1949
Stephan Wuthe legt auf

Stephan Wuthe ist einer der besten Kenner des Swing und international gefragter DJ. In die Geschichtswerkstatt kommt er mit seinem transportablen Grammophon und legt Schelllackplatten aus den Jahren 1929 bis 1949 auf.

Wuthe kann auch fantastisch erzählen. Er kennt nicht nur die Musiker und ihre Musik, sondern auch die gesellschaftlichen und politischen Hintergründe des Swing in Deutschland. An diesem Abend wird er einen großen Bogen von der Weltwirtschaftskrise über Nationalsozialismus und Krieg bis zum Neubeginn 1945 spannen.

Wir freuen uns sehr auf diesen ungewöhnlichen Abend mit Stephan Wuthe. Bringt gute Laune und Tanzstimmung mit. Wir lassen den Abend bei einem Glas Wein ausklingen.

Yours swingcerely

Angela Martin für den Vorstand der Berliner Geschichtswerkstatt

 

Tanzlokale – Tänze – Tanzmusik

Mit dem neuen Mythos um ein „Babylon Berlin“ entstehen Projektionen um Dekadenz und das Nachtleben in Berlin um 1929. Was liefern uns die Primärquellen? Wie konnte auch nach 1933 einem verwöhnten Publikum, das seine Ansprüche in der Weimarer Zeit ausgeprägt hatte, immer noch spannende Avantgarde geboten werden?

Zensur ist dafür da, auf schlaue Weise umgangen zu werden: „Swing“ tauchte 1936 erstmalig als magisches und unbelastetes Wort in Deutschland auf und lieferte somit eine neue Verpackung für den mittlerweile unter den Nazis verpönten Jazz.

Während des Krieges erfolgten Tanzverbote und alles Englische war als „feindstaatlich“ verboten. Und dennoch gab es Schallplatten und Liveauftritte von Swingbands mit internationalem Anspruch und – vor dem Pearl Harbour-Angriff im Dezember 1941 und dem Eintritt der USA in den Krieg – „amerikanischem Gesang“...

Eine spürbare und auf Platten hörbare Befreiung erfolgte gleich 1945/46 und hielt bis zur Berlin-Blockade 1948 an.

So wollen wir an einem Abend musikalisch durch zwei prägende Jahrzehnte der Jazz-, Swing- und Popgeschichte in Berlin mit historischen Schellack-Klängen auf einem Koffergrammophon reisen.

Stephan Wuthe

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