Mo., 22. Januar 2018, 19 Uhr: Werkstattgespräch: Sowjetische Zwangsarbeit in Berlin

18.10.2017 21:56

„Ostarbeiter/innen“ erinnern sich

Als sich ein Scheitern des „Blitzkrieges“ gegen die Sowjetunion abzeichnete, wurde im Spätherbst 1941 der Einsatz sowjetischer Kriegsgefangener und Zivilarbeiter in der deutschen Industrie und Landwirtschaft organisiert. Im Zuge dieses sog. „Russeneinsatzes“ wurden von Ende 1941 bis zum Spätsommer 1944 fast 630.000 sowjetische Kriegsgefangene und 2,8 Millionen zivile Arbeitskräfte nach Deutschland gebracht. In Berlin lebten im Jahr 1943 etwa 15.000 sowjetische Zwangsarbeiter/innen. Die deutsche Wirtschaftspolitik wollte mit dem Einsatz dieser Arbeitskräfte ein Maximum an Arbeitsleistung bei minimalem Kostenaufwand erreichen. Diese Politik wirkte sich vor allem auf die sowjetischen Zivilarbeiter/innen aus; über 50 Prozent waren junge Frauen im Alter von 17 bis 22 Jahren. Sie waren durch besondere Abzeichen („OST“) gekennzeichnet und in ihrer Lebensführung restriktiven Vorschriften unterworfen. Wie sich dies in der Praxis auswirkte, soll anhand von drei biografischen Interviews mit Ostarbeiter/innen aus dem Online-Archiv „Zwangsarbeit 1939-1945“ dargestellt werden. Thematisiert werden dabei der Alltag während der Zwangsarbeit sowie die Handlungsspielräume und Selbstbehauptungsstrategien der Zwangsarbeiter/innen.

Moderation: Dr. Elke Mocker

Gast: Dr. Cord Pagenstecher, Historiker

Montag, 22. Januar 2018 um 19 Uhr im Laden der Berliner Geschichtswerkstatt, Goltzstraße 49, Berlin-Schöneberg

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