Mazedonien

Mazedonien

Der Name

„Makedonien“ ist ein geografisches und historisches Gebiet auf der Balkanhalbinsel. Der größere, südliche Teil bildet heute die Region „Makedonien“ in Nordgriechenland. Der kleinere nördliche Teil bildet den Staat Mazedonien, der 1991 als „Republik Mazedonien“ seine Unabhängigkeit von Jugoslawien erklärte. Ein weiterer kleiner Teil gehört zu Südwest-Bulgarien.

Das Gebiet

Wie der übrige Balkan untersteht das Gebiet des heutigen Makedonien Jahrhunderte lang der Osmanischen Reich. Nach dem Ende des Zweiten Balkankrieges 1913 wird das Territorium aufgeteilt zwischen Griechenland, Serbien und Bulgarien. 1918 schließlich wird der serbische Teil Makedoniens Serbien eingegliedert, damit dann anschließend dem 1. Jugoslawischen Staat. Sämtliche mazedonische Bewegungen gegen die serbische Vorherrschaft werden erfolgreich unterdrückt.

Der Zweite Weltkrieg

1941 besetzt das deutsche Militär Makedonien. Bulgarien als Partner Nazi-Deutschlands erhält den größten Teil Makedoniens, einige Städte fallen an Italien. Viele Makedonier schließen sich dem Widerstand und dem Partisanenkampf gegen die Besatzung an.

Die projugoslawischen Kommunisten der Partisanenbewegung propagieren eine makedonische Nation und setzen sich gegen die probulgarischen Kommunisten durch.

Die über 7.000 Juden und Jüdinnen Makedoniens sind unter der Besetzung von Diskriminierung und Verfolgung betroffen, viele schließen sich dem Partisanenkampf an. Auf deutschen Wunsch hin werden die jüdischen Makedonier/innen schließlich 1943 in das Vernichtungslager Treblinka deportiert, fast niemand von ihnen überlebt.

Staatsgründung

1944 erfolgt die Gründung der Republik Mazedonien als 6. Republik innerhalb der jugoslawischen Föderation. Im Zuge des Zerfalls Jugoslawiens wird 1991 der unabhängige Staat Mazedonien gegründet. Der offizielle Staatsnamen lautet FYROM (Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien; Former Yugoslav Republic of Macedonia). Bulgarien unterstützt den jungen Staat, Griechenland und Serbien verweigern die Anerkennung. Die meisten EU-Staaten erkennen den Staat an.

Im März 1992 zieht die jugoslawische Volksarmee aus Mazedonien ab. Um die Lage zu stabilisieren, engagiert sich die internationale Gemeinschaft im Land, zunächst eine Langzeitmission der „Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, ab 1993 ein Kontingent der „United Nations Protection Force“ (UNPROFOR). Noch im selben Jahr wird Mazedonien in die Vereinten Nationen aufgenommen.

1999 nimmt das Land Tausende albanische Kriegsflüchtlinge aus dem Kosovo auf.

Bürgerkrieg 2001

2001 kommt es vor allem im Nordwesten des Landes zu einem Bürgerkrieg, ausgelöst durch Kämpfe zwischen albanischer Guerilla einerseits, die stärkere Minderheitenrechte durchsetzen will, und mazedonischer Polizei und Armee andererseits. Auch wegen des Engagements seitens der EU und der USA wird noch im selben Jahr ein Friedensvertrag abgeschlossen und ein Ausgleich zwischen den Konfliktparteien erzielt. 2005 schließlich erhält Mazedonien den Status eines EU-Beitrittskandidaten und 2009 nehmen Mazedonien und Kosovo volle diplomatische Beziehungen auf.

2012

Das Land hat heute rund 2 Millionen Einwohner/innen. Die größte Bevölkerungsgruppe bilden mit über 60% Mazedonier/innen, gefolgt von rund 25% Albaner/innen. Weitere Minderheiten sind u.a. Türk/innen und Roma, daneben ca. 200 Juden und Jüdinnen. Das Hauptsiedlungsgebiet der überwiegend muslimischen Albaner/innen grenzt an Albanien und Kosovo.

Ungelöst ist nach wie vor der Streit mit Griechenland um den Staatsnamen; er blockiert die Beitrittsverhandlungen zur EU (> Erzählung Dafina P.).